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Seite 1 von 3 Analysiert man die Inhalte des Judounterrichtes, dann ergeben sich Fragen zu "Was?" und "Warum?". Dazu gehören auch "Wer?", "Wann?", "Mit wem?", "Wo?" und "Womit?". All diese Fragen können unter dem Begriff "Didaktik" zusammen gefasst werden. Methodik beschäftigt sich damit, die in der didaktischen Analyse getroffenen Entscheidungen im Unterricht umzusetzen und zu vermitteln. Innerhalb der Beziehung Lehrer - Schüler - Stoff ist es Aufgabe der Methodik, Wege zum Lernziel zu weisen. Die Methodik befaßt sich also hauptsächlich mit dem Wie der Vermittlung des Lerninhaltes.
Den kompletten Artikel gibts unter "Downloads -> Ausarbeitungen..." zum herunterladen Im Rahmen der Prüfungsaufgabe werden didaktische Überlegungen in der Darlegung weitgehend ausgeklammert. Die Judo-Methodik befaßt sich als Spezialfall der allgemeinen Methodenlehre mit der Vermittlung von Judotechniken. Wir unterscheiden grundsätzlich zwei methodische Konzepte: A) Induktives Konzept Die induktive oder normsuchende Verfahrensweise hebt auf die Selbständigkeit und Selbsttätigkeit der Schüler in Hinblick auf den Lernweg ab. Lehr- und Lernweg sind grundsätzlich offen gehalten. Eine Bewegungsaufgabe im Sinne einer Problemstellung wird bearbeitet, dabei werden Bewegungserfahrungen und Bewegungserlebnisse gesammelt und so das Bewegungsrepertoire erweitert. Denk- und Handlungsimpulse werden durch den Lehrer und die Mitschüler gegeben. Die gefundenen Lösungsmöglichkeiten werden vorgestellt, besprochen, erprobt und ggf. ergänzt. Hierbei handelt es sich um ein offenes Konzept, das auf eine schülerzentrierte Vorgehensweise mit entdeckendem Lernen abhebt. B) Deduktives Konzept Die deduktive oder normgeleitete Vorgehensweise führt auf möglichst direktem Weg zu einer motorischen Fertigkeit. Durch eine möglichst genaue Bewegungsvorschrift (Bewegungsanweisung, -demonstration, -hilfen) wird der Schüler ohne Umwege zum Lernziel geführt. Hierbei handelt es sich um ein geschlossenes Konzept, das auf eine lehrerzentrierte Vorgehensweise mit reproduzierendem Lernen abhebt. Varianten deduktiver Methoden sind die Ganzheitsmethode, die Ganz-, Teil,Ganz-Methode, die Teillernmethode (elementhaft-synthetische Methode) und das Lehren nach Funktionsphasen. Es sollen noch kurz die Ganzheitsmethode, die Teillernmethode und die die Ganz-, Teil,- Ganz-Methode erläutert werden. Ganzheitsmethode Die sportlichen Tätigkeiten und Fertigkeiten werden als Ganzheit vermittelt. Es handelt sich um Bewegungen, die vom Schüler in der Ganzheit, wenn auch in der Grobform, beherrscht werden können. Dabei sind Hilfsmöglichkeiten durch Vereinfachungen und Reduzierung in der Bewegung (z.B. Tempo, Verlangsamung, Krafteinsatz und Intensität) gegeben, so daß eine Bewegung als Ganzes geübt werden kann. Teillernmethode Die Teillernmethode gliedert einen Bewegungsablauf in einzelne Teilbewegungen auf, die isoliert geübt werden. Über die Verknüpfung der Teilbewegungen wird die Ganzheit erreicht. Dabei kann es beim Zusammenfügen der Bewegung zu Schwierigkeiten kommen. Das liegt zum einen an neurophysiologischen Gegebenheiten, zum anderen daran, daß eine Gesamtbewegung eigene Dynamik besitzt, die die Summe der Teilbewegungen überschreitet. Die Teillernmethode wird zweckmäßig dort angewandt, wo die Bewegungsstruktur zu komplex ist, um sie selbst unter erleichterten Bedingungen als Gesamtbewegung ausführen zu können. Sie eignet sich auch für Bewegungsstrukturen, die sich gut untergliedern lassen. Ganz-Teil-Ganz-Methode Die Ganz-Teil-Ganz-Methode ist ein Kompromiß zwischen den beiden erstgenannten Methoden. Um ein Bewegungsgefühl zu entwickeln, wird zunächst mit allen Unzulänglichkeiten die Gesamtbewegung erprobt. Anschließend werden einzelne Teilbewegungen isoliert geübt und möglichst schnell in die Gesamtbewegung integriert. Die Abfolgeprinzipien - vom Leichten zum Schweren
- vom Bekannten zum Unbekannten
- vom Einfachen zum Komplexen
- von Einfach- zu Mehrfachanforderungen
- von der Hauptfunktion zur Nebenfunktion
werden im Unterricht beachtet. Vor dem Unterricht werden für alle Techniken noch folgende Überlegungen angestellt: - Welche Voraussetzungen benötigt Uke und wie kann ich sie ggf. schaffen?
- Welche ähnlichen Techniken kennt Uke bereits?
- Benötigt Uke spezielle koordinative / konditionelle Voraussetzungen?
- Mit welchen Übungen kann ich auf die neuen Anforderungen vorbereiten?
z.B. bei Wurftechniken: - Wie fällt Uke?
- Beherrscht Uke diese Falltechnik bereits?
- Bei welchem Wurf fällt Uke ähnlich?
- Welche spezielle Fallübung gibt es hierzu?
- Welche Voraussetzungen benötigt Tori und wie kann ich sie ggf. schaffen?
- Welche ähnlichen Techniken kennt Tori bereits?
- Benötigt Tori spezielle koordinative / konditionelle Voraussetzungen?
- Mit welchen Übungen kann ich auf die neuen Anforderungen vorbereiten?
- Wie schaffe ich günstige Lernbedingungen?
- Welche Kumi kata ist günstig?
- Welche Ausgangsstellung oder Bewegungsrichtung bietet sich an?
- Wie kann Uke helfen?
- Kann zunächst eine vereinfachte Bewegungsform angeboten werden?
Bei der Technikdemonstration wird zweckmäßig wie folgt vorgegangen: - zunächst Demonstration mit realer Geschwindigkeit
- Demonstration aus unterschiedlichen Blickwinkeln
- Zerlegen der Technik in wichtige Funktionsphasen
- Teilbewegungen akzentuiert demonstrieren
- verlangsamte Demonstration und Hervorhebung wichtiger Details mit Schlüsselbegriffen
- erneute Demonstration mit realer Geschwindigkeit
Nach einer ersten Übungsphase wird in Abhängigkeit von der Entwicklung der Technik die Gruppe zusammengerufen und die Technik erneut demonstriert werden. Dabei wird auf wichtige Punkte, bei denen bereits Fehler aufgefallen sind, besonders eingegangen. Während der folgenden Übungsphase werden Fehler individuell korrigiert. Zur Fehlerkorrektur: - Fehler werden möglichst frühzeitig verbessert.
- Die Fehlerkorrektur wird individuell auf den Schüler abgestellt.
- Grobe Fehler werden zuerst korrigiert.
- Zunächst wird immer nur ein Fehler verbessert.
- Es wird versucht, die Fehlerwahrnehmung des Schülers aufzubauen.
- Kontrollmechanismen werden durch Partnerhilfe angestrebt.
- Den Schülern wird ausreichend Zeit zum Üben gelassen.
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